"Außer Spesen, nichts
gewesen!"
Eigentlich hatte ich geglaubt, meinen negativen Lauf überwunden zu
haben, konnte ich doch zwei Wochen vor dem geplanten "Großereignis"
wieder einmal schmerzfrei trainieren (seit Ende April). Doch es sollte anders
kommen. 6Tage zuvor erwischte mich noch ein Darmvirus. Dieser war zwar nach
24 Stunden wieder vorbei, weshalb ich auch doch noch guten Mutes war, als
ich am Donnerstag nach Klagenfurt aufbrach.
Am 16.Juli war es dann wieder soweit. Um 7 Uhr früh viel der Startschuss
zu meinem zweiten Ironman, für den ich mir viel vorgenommen hatte.
Über 2400 Starter warfen sich in die Fluten des Wörthersees. Für
mich lief es am Anfang perfekt: Kein sinnloses Gerangel im Wasser, und so
konnte ich von Anfang an meinen Rhythmus durchziehen. Nach knapp 53 Minuten
und an 90 Stelle liegend warf ich mich schließlich aufs Rad, um die
180 km runter zu spulen. Ich erwischte eine gute Gruppe, und so waren die
ersten 120 km wirklich relativ "relaxt". Dann aber schlug der
"Pechteufel", der mich schon das ganze Frühjahr verfolgte,
wieder zu. Plötzlich traten Magenkrämpfe auf, die immer schlimmer
wurden, sodass ich schließlich nichts mehr essen konnte. Die Kräfte
ließen von Minute zu Minute nach und ich musste einen nach dem anderen
an mir vorbeiziehen lassen. Zu allem Überfluss hatte ich dann auch
noch in einer Abfahrt mit gut 70 km/h einen Reifenplatzer am Vorderrad -
mit Glück konnte ich einen Sturz vermeiden - was mich aber etwa 5-10
Minuten an Zeit kostete. Mit den Nerven schon fast am Ende rollte ich nur
mehr in Richtung Wechselzone und überlegte, ob es noch Sinn machen
würde den Marathon zu beginnen, wenn ich nur mehr Wasser trinken kann.
Ich wollte meine treuen Fans nicht im Stich lassen, und versuchte es mit
Biegen und Brechen. Die ersten 10 km liefen auch gar nicht so schlecht bis
auf den Umstand, dass die Magenprobleme immer schlimmer wurden. Langsam
wusste ich nicht mehr, wie ich das Ziel ereichen sollte. Bei km 21 war dann
endgültig Schluss. Meine Beine wollten nicht mehr weiter - waren leer
(kein Wunder nach über 3 Stunden Nichts zu essen). Und so lag ich total
"fertig" in der Wiese, und musste den Traum meinen 2ten Ironman
zu finishen begraben.
Nach einem kurzen Motivationsloch
in den Tagen danach, begann ich schon wieder neue Pläne zu schmieden.
Die Anmeldung zum Ironman Austria 2007 war einer davon - aber mal sehen,
was kommt
Hermann