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Bernhard Schwaiger Sun

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Glockner-Ultratrail

2015-07-26

Zwei Wochen nach den 4-Trails stand der Glockner Ultratrail am Programm. 110km und 7000 Hm und außschließlich im Hochgebirge. Ich konnte nur hoffen das ich einigermaßen regeneriert habe, denn es war einiges neu für mich bei diesem Rennen. Das erste mal über 100 Kilometer und das erste mal die ganze Nacht hindurch laufen. Dementsprechend habe ich mir auch nichts ausgerechnet, noch dazu war das Rennen extrem gut besetzt.

Am Freitag um 18 Uhr viel dann der Startschuß zum ersten Glockner Ultra-Trail. Vorne ging wieder gleich die Post ab, wie immer. Ich hielt mich aber bewusst zurück, das Rennen ist ja noch lang genug. Ich schlug für mich ein recht lockeres Tempo ein. So lief ich an 20. Stelle in Richtung Nacht. Beim ersten langen Anstieg hinauf zur Pfandlscharte hieß es dann Stirnlampe an und ab in eine lange Nacht. Das Gelände war durchgehend schwierig, so hieß es immer top konzentriert zu bleiben. Um 3 Uhr morgens hatte ich dann meine erste schwere Phase zu durchstehen. Ich hatte einen kleinen Einbruch und bekam ein wenig Probleme mit dem Magen. Jetzt hieß es das erste mal Zähne zusammenbeißen. So kämpfte ich mich bis Km 60 in Kals wo eine größere Verpflegung am Plan stand. Dort erfuhr ich erst, das ich drotz meiner Probleme auf Platz 11 vorgelaufen bin. Ich nahm mir dann gut 15 Minuten Zeit um mir eine warme Suppe zu gönnen und mich gut zu verpflegen. Nach der Pause ging es wieder hinaus in die Nacht. Meine Beine fühlten sich aber weit besser an als zuvor. So konnte ich wirklich gut Tempo machen hinauf zum Tauernhaus. Dort wurde es dann endlich wieder hell und die Stirnlampe konnte verstaut werden. Weiter ging es zur Rudolfshütte wo ich eigentlich gut voran kam. Dort stand die nächst Verpflegung am Plan. Diese viel aber relativ kurz aus, war ich inzwischen auf Platz 9 vorgelaufen. Der nächste Abschnitt war aber echt schwierig. Schwierige Trails und ein ständiges auf und ab erschwerten die Sache enorm. Noch dazu war ich ja seit 14 Stunden unterwegs. Aber das schlimmste sollte noch kommen. Bei Km 100 hoch zur Schmiedinger Scharte, hinüber zum Alpincenter Kitzsteinhorn. 500 Hm und man steht davor wie vor einer Wand. Außerdem war ich schon sehr angeschlagen. Mit letzten Kräften kämpfte ich mich hoch. Zu meiner Verwunderung konnte ich aber zu den beiden vor mir platzierten Läufern aufschließen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Waren diese doch auf der Rudolfshütte knapp eine halbe Stunde vor mir, und ich war zu dem Zeitpunkt wirklich nicht mehr schnell unterwegs. Vom Alpincenter weg war meine Devise nur mehr so schnell wie möglich ins Ziel. Ich quetschte noch mal alles aus mir heraus, und so konnte ich nach 19 Stunden und 16 Minuten in Kaprun finishen. Platz 7 ist es am Ende geworden. Mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte, war ich doch sicher vom 4-Trail noch nicht zu 100% regeneriert.

Ein super schöner aber sehr schwieriger Lauf. So muß aber Traillauf in den Bergen aussehen. Ein Lob an den Veranstalter, top organisiert.

Hermann

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