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Hermann Schwaiger Sun

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"SMOKING FINGERTIPS"

2014-06-19

© Bernhard Schwaiger, Christina Dalla-Bona

Vor mehr als einem Jahr habe ich mich zum ersten Mal an der logischen direkten Linie zu "Glimmer of Hope" versucht und dabei fest stellen müssen, dass drei sehr schwere Züge zu lösen sein würden, um die Linie "gerade hoch" klettern zu können. Ich schaffe es vorerst zwar, mich mit Müh und Not an den Griffen zu halten, kann aber die besagten drei Züge an den kleinen Leisten nicht klettern ;-( ...

Die Schwierigkeit der Züge ergibt sich unter anderem dadurch, als dass man sich zunächst einmal mit schlechten Fußtritten an den winzigen Leisten in steilem Gelände festhalten muss und dabei möglichst "gefühlvoll" und idealerweise dynamisch weiterziehen muss. Übertreibt man es mit der Dynamik, so reißt man sich - Folgeschäden ziemlich wahrscheinlich - selber aus den kleinen Griffen. Reduziert man die Dynamik zu sehr, so "verhungert" man und kommt nicht zum nächsten Griff. Es gilt also einen goldenen Mittelweg aus Dynamik, Statik und Power (inklusive Körperspannung) zu finden ;-) ...

Die letzten Wochen versuche ich mich immer wieder sporadisch an den Zügen - will meine Finger langsam aber sicher (ohne Folgeschäden bzw. Verletzungen) an die brutalen Griffe und Züge gewöhnen. Obwohl ich schon seit längerem nicht mehr am Problem gebastelt habe, gelingt es mir überraschenderweise auf relativ schnell die Züge ansatzweise zu machen. Die Power passt also "nicht schlecht". Nach etwa einer halben Stunde ist aber vorerst Schluss - die Finger sprechen eine eindeutige Sprache: "Bitte Schluss für heute - willst du nicht für längere Zeit  ausfallen ;-) ..."

Die Belastungen auf die Gelenke und Bänder sind so groß, dass ich jeden Zug einzeln (ohne die Startzüge) höchstens drei bis fünf mal probieren kann, bevor die Finger sprichwörtlich zu "brechen" drohen. Ich muss auf die Signale meines Körpers hören, will  ich nicht mit einer Verletzung für längere Zeit ausfallen...
Versucht man alle Züge von ganz unten, so erlaubt es (mir) maximal ein bis zwei Versuche, bevor die (eigene) Vernunft siegen muss ;-) ...

Der nächste Besuch steht unter dem Motto "Training unter erschwerten Bedingungen". Die Temperaturen sind im Vergleich zum letzten Besuch sommerlich und eigentlich viel zu warm für die gemeinen Griffe.
Versuche von ganz unten sind heute nicht drin - die rutschigeren Verhältnisse machen die Züge zu wahren "Killern" - die Fingerkuppen glühen - ich kann aber jeden Zug einzeln dreimal machen - gar nicht schlecht für die Umstände ;-) ...

Heute sind die Temperaturen wieder gemäßigter, für den guten Gripp muss ich aber "schnell sein". Wärmt man sich im kühlen Keller auf und bleiben die Finger und die Haut "cool", so hat man - sofern man es "cool" an den Block schafft - am Projekt einen einzigen Versuch, der auch bei wärmeren Temperaturen passablen Gripp bringt. Ist dieser Versuch aber vorbei und man schafft es nicht zum Top, reagieren der durch den Versuch "angestrengte Körper" und die unter enormen Druck stehenden Fingerspitzen sofort - das Blut schießt in die Extremitäten - die Fingerspitzen pochen und fangen an zu schwitzen ...

Ich komme "cool" am Felsen an und versuche mich mental voll auf den einen sinnvollen bzw. bevorstehenden Versuch zu fokusieren. Ich will auf Anhieb dazu bereit sein, alles zu geben ...

Volle entschlossen starte ich meinen Versuch, das schier Unmögliche möglich zu machen. Ich kralle die Griffe voll zu, und habe gleich ein "gutes Gefühl". Ich schnappe "richtig dosiert" von Griff zu Griff, kann die notwendige Körperspannung halten und schließlich auch noch den unsicheren Dyno zu einem Aufleger machen - diesen knapp festhalten und zum Top klettern. Jehaw ;-) ...

"SMOKING FINGERTIPS" dürfte etwa bei Fb 8B/8B+ liegen ;-) ...

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